St. Louis, Baby

Iowa gefällt mir ja wirklich gut. Doch die USA sind ein großes Land, daher ist es kein Wunder, dass man auch ein paar andere Dinge als relativ kleine Städte und Maisfelder sehen will. Mit zwei anderen Deutschen (Christian und Jacqueline) und einem Schweizer (Sylvain) ging es deshalb auf einen etwas längeren Roadtrip. Ziele: St. Louis, Missouri und Kansas City, Missouri/Kansas. Insgesamt sollten wir an diesem Wochenende (23.-25.09.) knapp über 900 Meilen (fast 1.500km!) zurücklegen…

Freitag Nachmittag, der Mietwagen (Honda Civic) wurde pünktlich in Empfang genommen, alle Mitstreiter aufgesammelt und dann ging es mit unserem Fahrer Christian gen St. Louis. Knapp 7 Stunden waren für die Strecke Ames, IA -> St. Louis, MO angegeben. Mit Tank- und Pinkelpausen war dies auch eine durchaus realistische Angabe, wie wir feststellten. Am ersten Abend kamen wir jedoch nicht mehr in St. Louis an, was auch keinen großen Sinn gemacht hätte. Wir suchten uns ein Motel in der Umgebung von St. Louis, um am nächsten Morgen früh in der großen Stadt durchzustarten. In Wentzville wurden wir fündig – ein Super 8 Motel (eine ziemlich große Motel-Kette in den USA). Als Abendbrot gab’s dann noch verdammt gute Pizza von Domino’s.
– Hach ja, Domino’s… Es ist wirklich verdammt cool dort Pizza zu bestellen. Nicht nur, dass man im Online-Konfigurator seine Pizza ziemlich frei zusammenstellen kann, man kann nach der Bestellung seine Pizza tracken und sieht ziemlich genau, was gerade geschieht. Wenn man Lust hat, kann man dem Pizzamenschen auch noch Nachrichten schicken. Wirklich eine witzige Idee.

Am Samstag Morgen ging es nach einem schnellen moteleigenen Frühstück wieder „on the road“. Eine knappe Stunde später waren wir in St. Louis und konnten direkt am Mississippi parken, nicht weit vom Gateway Arch entfernt. Der Gateway Arch ist die Hauptattraktion von St. Louis. Diese fast 200m hohe Konstruktion ist das größte von Menschenhand geschaffene Monument in den USA und auch noch das größte bogenförmige Gebäude. Ziemlich beeindruckend! Man kann natürlich nicht nur davor, darunter und daneben stehen, der Arch hat ein Museum im Untergrund. Dort gibt es auch noch die Möglichkeit auf die Spitze des Bogens zu fahren und von oben die Stadt zu fotografieren. Ich persönlich bin generell kein großer Museumsfan, daher war das „Museum of Westward Expansion“ nur halb so interessant wie die Tour auf den Bogen. Man fährt in sehr, sehr kleinen und engen Kapseln auf den Bogen hinauf. In eine Kapsel passen gerade so die 5 Personen, die vom Personal dort hineingestopft werden. Nach einer holprigen Fahrt ist man dann auf der Spitze des Bogens (die auch ziemlich vollgestopft mit Menschen ist…), macht seine Fotos von der Skyline von St. Louis und fährt dann wieder hinunter. Die Aussicht war ziemlich gut, schräg unter uns war ein Stadion, in dem ein Baseball-Match lief – das war sehr cool. Nachdem man sich sattgesehen hat, wird man sich bewusst, dass man sehr weit oben auf einem Bogen steht, in den immer mehr Leute strömen – man fühlt sich nicht sehr sicher. Menschen mit Klaustrophobie und Höhenangst kriegen spätestens hier den Rest… aber davor wird man am Anfang schon gewarnt.

Nachdem wir alles innerhalb und außerhalb des Gateway Archs gesehen hatten, gingen wir einfach in irgendeiner Richtung weiter in die Stadt von St. Louis. Dort gab es mehrere Hochzeiten, Brunnen mit blauem Wasser (oder Powerade?) und sonst nicht viel mehr zu sehen. Der Hunger meldete sich und wie durch Zufall kamen wir an einem Hooters vorbei. Das Essen dort war gut!
Nach der Stärkung wollten wir die Anheuser-Busch Brauerei besichtigen. Dies ist die größte amerikanische Bierbrauerei, die unter anderem Budweiser herstellt. Leider waren alle Touren für den Tag schon voll und wir konnte nur den Vorraum inkl. Souvenirshop besichtigen. Gratis Bier gab es trotzdem. Mission accomplished!
Das Wetter war super, daher suchten wir auf der Karte einen Park, zu dem wir uns auf den Weg machten. Nach einer Irrfahrt durch die gefühlte halbe Stadt, über die alte Route 66 kamen wir schließlich an – und wow, der Park war riesig. Ein kleiner Spaziergang mit Pause an einem kleinen See war wirklich eine gute Idee. Einige Enten tauchten auf und liefen um uns herum, aber wir lagen einfach nur im Gras – awesome!

Der Abend rückte näher und wir hatten auf unsere Karte Werbung für ein Wachsfigurenmuseum gesehen, das wir noch besichtigen wollten. Wer Madame Tussaud’s Museen kennt, der wird im ersten Moment sehr enttäuscht sein von diesem Wachsmuseum. Die Figuren sind hinter Glas und die Räume sind sehr dunkel, d.h. man kann nicht nur sehr statische Fotos machen, man muss auch etwas mit dem Blitz aufpassen und hantieren, da man sonst nur Reflektionen desselbigen aufnimmt. Doch das ist nicht alles, die Figuren sind eher abstrakte Abbilder der Charaktere, die sie angeblich darstellen sollen. Die Anordnung der Wachsfiguren ergab für mich auch keinen Sinn. Immerhin hatten wir viel zu lachen. Der Horrorfigurenkeller war zugegebenermaßen ganz okay…
Nach der herben Enttäuschung stürmten wir eine Bar für einen kleinen Drink. Danach ging es dann raus aus St. Louis, grob Richtung Kansas City. Zunächst wollten wir jedoch am nächsten Morgen ein Outlet Center besuchen, das ganz in der Nähe war. Daher übernachteten wir wieder kurz vor unserem Ziel in einem Motel – wieder einem Super 8.

Das Outlet Center hatte mehr Ähnlichkeit mit einer Geisterstadt als mit einem Einkaufszentrum. Es gab vielleicht maximal zwei Dutzend Geschäfte, von denen nicht einmal eine Handvoll gute Preise oder Auswahl hatten. Relativ schnell machten wir uns also wieder vom Acker und kurvten Richtung Kansas City.
Die Fahrt dauerte einige Stunden, aber wir kamen schließlich am späten Nachmittag an. Erst fuhren wir etwas planlos durch die Stadt, hielten dann aber bei einer Art Shopping-Center. Wir stöberten durch ein paar Geschäfte, kauften Postkarten, ich probierte ein Sarsaparilla – das übrigens ziemlich ähnlich wie Root Beer schmeckt – und schlenderten durch die Passagen während vor unserer Nase die Geschäfte dichtgemacht wurden. Es war nunmal schon früher Abend. Also gingen wir hinaus zu einem nahegelegenen Park inkl. Weltkriegsdenkmal. Einige Fotos später machten wir uns auf den Rückweg. Am späten Abend kamen wir wohlbehalten, aber erschöpft vom langen Fahren/Gefahrenwerden in Ames an.

Wir sind über 900 Meilen in knapp 16 Stunden mit dem Auto gefahren und haben an diesem Wochenende 3 Staaten besucht. Great success! Insgesamt war ich aber etwas enttäuscht von den großen Städten. Dort war trotz des Wochenendes kaum etwas los, vor allem in Kansas City. Aber gut, Missouri ist nunmal Pampa, genau wie Iowa, von daher wohl nicht vergleichbar mit den richtigen Metropolen im Land. Auf jeden Fall war dieser Ausflug sehr interessant.

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