TOEFL Test

Ich habe es nun bereits mehrfach erwähnt: Der TOEFL-Test ist eigentlich ein Muss für ein Auslandssemester in den USA. Aber was ist das und wie funktioniert das? Keine Sorge, hier gibt’s alle nötigen Infos.

TOEFL bedeutet Test of English as a Foreign Language – Test für Englisch als Fremdsprache. Damit wird die Sprachkompetenz der Testperson geprüft und zwar in allen nötigen Bereichen: Hörverständnis, Lesekompetenz, Sprechen und Schreiben. Die meisten Universitäten in den Vereinigten Staaten setzen für internationale Studierende ein TOEFL-Testergebnis voraus. Das alles läuft mittlerweile über das sogenannte iBT, das Internet-Based Testing. Leider heißt das keineswegs, dass man diesen bequem von zuhause aus ablegen kann, man muss in ein zertifiziertes Testzentrum in der Umgebung und dort unter Aufsicht vor einem Computer den max. viereinhalbstündigen (!) Test absolvieren. Das Ganze ist natürlich nicht gratis und leider nicht unbegrenzt lange gültig. Man bezahlt für den Test $225, dessen Ergebnis 2 Jahre lang gültig ist. Das macht Sinn, weil sich Sprachfähigkeiten schnell verändern können.

Um sich für einen Test anzumelden, muss man die TOEFL-Website besuchen und ein Institut, sowie einen Termin aussuchen. Wenn man Pech hat, sind die Termine lange ausgebucht oder man muss weit zum nächsten Testzentrum fahren. Ich hatte Glück und konnte relativ kurzfristig einen Termin bekommen (inkl. weiterer Gebühren für die späte Anmeldung) und zwar direkt in meiner Nähe (Bünde – für die Ortskundigen). Man bezahlt den Test direkt bei der Anmeldung per Kreditkarte. Bei der Anmeldung sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass man die Ergebnisse auch an die notwendigen Stellen (z.B. ISEP, Hochschule, etc.) weiterleitet, da diese nur offiziell ausgestellte TOEFL-Ergebnisse akzeptieren. Tut man dies später, muss man mit weiteren Gebüren von ca. $15 rechnen.

Am Tag des Testes muss man relativ früh am Institut erscheinen (ich glaube, eine halbe Stunde vor Testbeginn). Dort werden nochmal die Personalien verglichen und ein Foto gemacht, das auch auf dem Ergebnisbogen zu sehen sein wird. Danach geht es dann auch schon los und man wird vor einen zugeteilten Computer gesetzt. Dort muss man zunächst sein Mikrofon kalibrieren, indem man frei zu einem Thema spricht – das wird nicht aufgezeichnet (hoffe ich) und nicht bewertet, es ist ganz gleich, was man dort erzählt. Dabei bemerkt man sicherlich auch die erste Hürde: Man kommt sich ziemlich doof vor, wenn man vor einigen anderen Leuten einfach vor sich in seinen Computer redet (aber die anderen haben das gleiche Problem, also nicht schüchtern sein). Zu dem Test bekommt man übrigens einige Blatt Papier und einen Bleistift – zum Notizen machen.
Dann folgt der erste Aufgabenteil: Reading. Dieser dauert mit 60-100 Minuten am längsten, was aber Sinn macht, da man einige Texte lesen muss, zu denen dann Fragen gestellt werden. Ich darf keine Details preisgeben, aber die Fragen waren wirklich nicht schwer. Zudem sind dies Multiple-Choice-Questions. Damit kann man meist falsche Antworten aussortieren, falls man wirklich auf dem Schlauch stehen sollte.
Aufgabenteil 2 ist Listening. Dort bekommt man kurze Audio-Clips aus Alltagssituationen vorgespielt, zu denen dann kurze Fragen beantwortet werden. Das dauert ca. 60-90 Minuten. Meiner Meinung nach ist dies keine große Sache, da die Sprecher dort wirklich sehr klar, akzentfrei und langsam sprechen. Wenn man sich die ein oder andere Notiz macht, sollte das gut klappen. Danach ist eine 10-minütige Pause.
Aufgabenteil 3 besteht aus Speaking: Eindeutig der unangenehmste Teil – meiner Meinung nach. Man bekommt einige Fragen, die man dann strukturiert und klar beantworten soll. Das Problem dabei, man hat sehr wenig Bedenkzeit und die Fragen sind teilweise etwas komplexer, man muss sich also am besten schnell ein paar Notizen machen für eine Gliederung der Gedanken und diese dann abarbeiten. Nach 20 Minuten ist dieser Part erledigt.
Aufgabenteil 4 und damit der letzte Part des Tests ist Writing. Man hat ca. 50 Minuten Zeit um zwei kurze Texte zu schreiben. Der eine ist eine Art Textzusammenfassung von einem Text, den man lesen muss. Der andere ist ein kurzes Essay zu einer Leitfrage. Hier muss man unbedingt auf die Zeit achten, die sehr knapp werden kann (wie bei mir). Hier wird natürlich fehlerfreies Schreiben aber auch Argumentstruktur etc. bewertet. Außerdem schreibt man auf QWERTY-Tastaturen, was unter Umständen etwas nerven könnte und Zeit kostet, wenn man Fehler einbaut.

Allen in allem muss ich sagen war der Test eher einfach. Personen, die z.B. durch ein Englischstudium täglichen Kontakt mit der englischen Sprache haben, dürfte das meiste sehr leicht fallen – vor allem die Lese- und Hörverständnisaufgaben. Ich hatte mir im Vorfeld ein Buch besorgt, das einen sehr genau auf die Aufgabenstellung und Bewertungskriterien vorbereitet hat. Zur eigenen Sicherheit ist das ganz hilfreich, da man weiß, was einen erwartet – kaufen muss man dieses Buch jedoch nicht, ausleihen dürfte reichen (es sei denn, man ist versessen darauf leichte Übungen zu machen).

Problematisch wurde es bei mir mit Zeit nur einmal beim ersten Writing-Part, da ich zu viel Zeit mit Lesen des zusammenzufassenden Textes und Strukturierung meiner Notizen verbracht hatte. Bei allen anderen Teilen war ich der schnellste der 6 Test-Teilnehmern. Das hat beim Writing-Part auch zu einem anderen Problem geführt. Man ist halt nicht alleine im Raum, die anderen Teilnehmer sind auch dort und bearbeiten ihren Test. Nicht jeder ist gleich schnell. Da ich einen großen Vorsprung hatte, war ich schon beim Schreiben, als die anderen alle relativ zeitgleich zum Speaking kamen. Es irritiert, wenn 5 Menschen quasi wild durcheinander labern, während man versucht einen fehlerfreien, strukturierten Text zu verfassen. Leider hat man nur ein Headset auf, was die Lautstärke der anderen minimal dämpft, dagegen kann man sonst leider nichts tun. Vielleicht die Notizzettel zerknüllen und in die Ohren stopfen, keine Ahnung. Ist einfach Pech. Vielleicht in anderen Instituten anders gelöst, wer weiß.

Nun denn, ist man fertig, darf man auf sein Ergebnis warten.  Das dauert gut zwei Wochen und ist dann online abrufbar und kommt auf Wunsch auch per Post nach Hause. Dort ist dann sehr übersichtlich aufgeführt, wie man sich geschlagen hat. In jeder Sektion gibt es maximal 30 Punkte und man kommt somit bestenfalls auf einen Score von 120 Punkten. Die meisten US-Unis setzen einen Score von 60-90 Punkten voraus.

Bei mir ist alles sehr gut ausgefallen:

  • Reading: 27
  • Listening: 30
  • Speaking: 28
  • Writing: 24
  • Insgesamt: 109

Wie schon vermutet war der Writing-Part der schlechteste, da ich einen kompletten Absatz + Schluss der Textzusammenfassung nicht schreiben konnte. Ansonsten bin ich sehr zufrieden, da es ohne großartige Anstrengung zu einem mehr als guten Ergebnis gereicht hat. Damit kommt man an so ziemlich jede Uni, ohne später noch irgendwelche Tests nachmachen zu müssen.

Also, keine Angst, der Test ist nicht schwer, wenn man viel Kontakt mit Englisch hat. ;)

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